Toleranz ist kein moralisches Gebot, sondern ein Friedensvertrag

Das Essay Tolerance is not a moral precept von Yonatan Zunger ist eines, das ich regelmäßig auf Mastodon teile, denn es ist sehr gut. Yonatan löst das scheinbare Paradoxon der Toleranz sehr elegant auf, indem er das Framing zurechtrückt, und das Konzept “Toleranz” schärfer definiert.

Da ich es als sehr klug empfinde, aber keine Möglichkeit gefunden habe, den Autor zu kontaktieren1, um ihn zu fragen, ob ich es liebevoll ins Deutsche übersetzen darf, möchte ich hier auf seinen frei zugänglichen Post in der (sehr lesbaren) Auto-Übersetzung hinweisen.2

Toleranz ist kein moralisches Gebot | von Yonatan Zunger:

Toleranz ist kein absoluter moralischer Wert, sondern ein Friedensvertrag. Toleranz ist eine soziale Norm, weil sie es verschiedenen Menschen ermöglicht, friedlich zusammenzuleben. Sie bedeutet, dass wir akzeptieren, dass Menschen anders sein können als wir – in ihren Bräuchen, ihrem Verhalten, ihrer Kleidung, ihrem Sexualleben – und dass uns das nichts angeht, solange es unser Leben nicht direkt betrifft. Doch das Modell eines Friedensvertrags unterscheidet sich von einem moralischen Gebot in einem einfachen Punkt: Der Schutz eines Friedensvertrags gilt nur für diejenigen, die bereit sind, sich an seine Bedingungen zu halten. Es ist eine Vereinbarung, in Frieden zu leben, nicht eine Vereinbarung, unabhängig vom Verhalten anderer friedlich zu sein. Ein Friedensvertrag ist kein Selbstmordpakt.

Ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr. Bleibt tolerant, aber nicht passiv.

#FCKNZS `#FCKAFD

Links:


  1. Ausserhalb LinkedIn, und meinen LI-Account habe ich vor Jahren schon gelöscht. Tja. ↩︎

  2. Mit Umweg über den freedium-Mirror des originalen Medium-Posts. ↩︎

Carlo Zottmann @czottmann

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